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Besuch im Rahmen des ERASMUS+ Programms an der Polizeiakademie Szczytno

Polizeiakedemie in Szczytno

Herr Gritsch ist an der FHPol als Dozent für Strafrecht tätig, und Dr. Mussik arbeitet im Internationalen Zentrum an der Ausgestaltung des ERASMUS+ Programms der FHPol. Während ihres Aufenthaltes an der Polnischen Polizeiakademie konnten sich die beiden Mitarbeiter der FHPol über die Aufgaben und die Struktur der Polnischen Polizeiakademie informieren und die verschiedenen Ausbildungs- und Studiengänge, sowie die Weiterbildungsangebote  kennenlernen. Wichtige Ziele des Besuches waren es, Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen des ERASMUS+ Programms zu eruieren und fachliche Frage zum polnischen und deutschen Strafrecht zu diskutieren.

Anders als an den anderen Polizeischulen in Polen, werden an der Polizeiakademie in Szczytno nicht nur die Basisausbildung und Weiterbildungsveranstaltungen für Polizeibeamte angeboten, sondern dort werden auch der gesamte gehobene und höhere Dienst der polnischen Polizei ausgebildet. Die Polizeiakademie in Szczytno bietet auch einen Bachelor- und Masterstudiengang in der Fachrichtung Innere Sicherheit und einen Bachelorstudiengang in der Fachrichtung Verwaltung an. Beide Studiengänge können sowohl von Polizeibeamten als auch von Zivilpersonen belegt werden. Die Hochschule verfügt auch über das Promotionsrecht.

Am Montag, dem 22. Mai 2017 wurden die Vertreter der FHPol durch den Stellvertretenden Kommandanten-Prorektor der Polizeiakademie in Szczytno, Major Dr. Zbigniew Mikołajczyk, begrüßt. Anschließend erhielten sie die Möglichkeit, den Simulationsraum für Polizeimanagement in Krisensituationen zu besuchen. In diesem Raum lassen sich per Software und Computer verschiedene Szenarien - wie Großdemos und Bombenanschläge - simulieren, und die zukünftigen Polizeiführer müssen in einem Lagezentrum versuchen, diese Situationen zu meistern. Anschließend wurden die Bibliothek mit großem Lesesaal und das Traditionskabinett der Schule vorgestellt. Besonders interessant für die Besucher war das Zentrum für Analyse und Forschung, in dem auch eine komplette Marihuana-Plantage und eine Geldfälscher-Werkstatt aufgebaut waren. Den Abschluss des Tages bildete eine Diskussionsrunde zum Vergleich des deutschen und polnischen Strafrechts, bei der Herr Gritsch  sein umfangreiches Fachwissen einsetzen konnte.

Am Dienstagmorgen hatten die Gäste die Möglichkeit, die Polizei-Kreisbehörde in Szczytno zu besuchen. Dort wurden die Aufgaben und die Struktur einer solchen Behörde vorgestellt, und die Besucher konnten sich mit der modernen Einrichtung und Technik vertraut zu machen. Am Nachmittag stand der Besuch einer Deutschstunde an der Polizeiakademie auf dem Programm. Die Gäste konnten dort die Polizeistruktur der Bundesrepublik und Brandenburgs, sowie die FHPol vorstellen. Auf besonderes Interesse stieß bei diesem Zuhörerkreis das Programm der Polizei des Landes Brandenburg, auch polnische Staatsbürger einzustellen.

Am Mittwoch wurden die Besucher durch den Prorektor für Studentenangelegenheiten, Oberstleutnant Dr. Sławomir Zubański, und die ERASMUS+ Koordinatorin, Frau  Anna Ćwiklińska, empfangen.  Danach wurden in einer Multimedia-Präsentation   ausgewählte Aspekte des Trainings und der beruflichen Weiterbildung in der polnischen Polizei vorgestellt. Anschließend  konnten die Besucher aus Brandenburg eine Trainingseinheit in der Schießhalle live erleben. Am Mittwochnachmittag konnten sie dann die Polizei des Landes Brandenburg und die FHPol einer sehr interessierten Klasse im Englischunterricht vorstellen. Bei dieser Klasse handelte es sich um erfahrene Polizeibeamte, die einen zweimonatigen Englischkurs an der Akademie besuchten. Dementsprechend waren ihre Fragen sehr komplex und zielgerichtet, und gingen weit über das angekündigte und vorbereitete Thema hinaus.

Am Donnerstag wurden die Gäste mit der Polizeiarbeit in einer polnischen Großstadt, Olsztyn, vertraut gemacht. Olsztyn ist das Zentrum der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und mit 175.000 Einwohnern die größte Stadt in der Region. Am Freitag, die 26. Mai 2017 wurde dann eine kleinere Polizeiwache in Mikołajki besucht. Das Besondere an dieser Wache war, dass die Polizisten dort sowohl Aufgaben der Schutz- als auch der Wasserschutzpolizei übernehmen müssen.

Der Besuch trug wesentlich dazu bei, die Beziehungen zur Polnischen Polizeiakademie im Rahmen des ERASMUS+ Programm weiter zu entwickeln. Es wurden Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit, besonders im Rahmen eines Wahlpflichtmoduls mit internationaler Beteiligung diskutiert, und die nächsten Besuche von Dozenten und Studenten der Polnischen Polizeiakademie an der FHPol vorbereitet.

Vielen Dank an alle Mitarbeiter der Polizeiakademie in Szczytno, die diesen Besuch im Rahmen des ERASMUS+ Programms ermöglicht haben!

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